Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Golm

Der erste Hinweis auf das örtliche Feuerlöschwesen ist über 200 Jahre alt. In einem Visitationsbericht von 1787 ist davon die Rede, dass in Golm in Gemeinschaft mit Nattwerder eine große Feuerspritze angeschafft wurde, deren Kosten von den Gemeinden und Kirchen aufgebracht wurde. 1788 wurde bereits eine Zeichnung für das erste Feuerwehrhaus angefertigt.

Trotz der großen Feuerspritze, die sicher eine der damals üblichen bespannten Handdrückspritzen war, ist der Kampf gegen den "Roten Hahn" nicht immer erfolgreich gewesen. So ist z.B. überliefert, dass am 02. September 1830 das Schulhaus brannte, am 26. September 1866 einige Bauernhöfe und am 28./29. Mai 1871 sogar das halbe Dorf, nämlich 12 Höfe.

Es ist anzunehmen, dass unsere Gemeinde zumindest ab 1909 eine eigene Feuerwehr besaß. Das bekräftigt eine noch vorhandene Urkunde aus dem Jahre 1929, die dem Oberfeuerwehrmann Willi Fritze seine 20-jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Golm bestätigte.

Zwischen 1940 und 1943 wurde ein neues Spritzenhaus aus einem Stallgebäude errichtet, das etwa gegenüber dem heutigen Grundstück Geiselbergstraße 2 lag.

Am Ende es Zweiten Weltkrieges und nach der Befreiung vom Faschismus gab es faktisch auch keine Feuerwehr in unserem Dorf. Bei den Kampfhandlungen in den letzten Kriegstagen waren sowohl das Gebäude als auch die Löschtechnik verbrannt oder zerstört worden.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr wurden seit 1945 nun schon aus mehreren Generationen gewonnen und ihrer Tätigkeit, u.a. dem wirksamen vorbeugenden Brandschutz, ist hoher Anerkennung zu zollen.

Im Jahre 1946 begann dann unter Leitung von Karl Abe der Neuaufbau der Feuerwehr. Das Feuerwehrgebäude wurde an jener Stelle mitten in Golm - an der es heute steht - von 1948 bis 1950 errichtet. Sein Inhalt blieb aber zunächst recht spärlich: Das Löschgerät bestand seinerzeit aus einem TS 8 Autohänger. Im Falle eines Brandes oder zu Übungen mussten die Kameraden der Wehr mangels eines Zugfahrzeuges diesen Anhänger mit der Motorspritze ziehen, wenn nicht gerade ein Fahrzeug mit Zugvorrichtung vorüberkam, das dann beschlagnahmt wurde.

Garant
Garant

1952 ging es aber einen wesentlichen Schritt vorwärts. Dank des persönlichen Einsatzes der Familie Hilde und Gustav Ritter gelang es in Zusammenarbeit mit der Juristischen Hochschule, ein irgendwo nicht mehr benötigtes altes Auto der Marke "Garant" zu beschaffen, das allerdings in einem solchen Zustand war, dass es nicht einmal bis zu seinem neuen Standort nach Golm fahren konnte. Durch Reperaturen und Umbau machten die Kameraden der Wehr in fleißiger Arbeit daraus ein brauchbares Feuerwehrauto, das viele Jahre tapfer durchhielt.

Eine zeitlang fehlte es zwar an der nötigen Anzahl von Feuerwehrleuten und es musste vorübergehend 1956 eine Pflichtfeuerwehr geschaffen werden, aber diese Phase konnte rasch überwunden werden und den langjährigen "Freiwilligen", wie z.B. Alfred Graumann, Paul Braune, Heinrich Kalb, Kurt Bergholz, Artur Maluche, Willi Kiener und Dieter Fritze folgten seitdem viele andere nach.

Inge Golda
Inge Golda

Ganze Golmer Familien gehörten mitunter zu den aktiven Mitgliedern, wie z.B. die der ehemaligen Wehrleiterin Inge Golda, die seit dem 01. Juni 1968 dabei war und die die Feuerwehr seit 1976 leitete. Sie hatte besonders in den achtziger und neunziger Jahren Großes für die Gemeinde geleistet. Besonders junge Leute fanden unter ihrer Leitung den Weg zur Golmer Feuerwehr.

 

Das veranlasste einen Kameraden zu einem langen Gedicht über die Feuerwehrfamilie, in dem es u.a. heißt:

 

"Inge ist die Leiterin der Wehr, Erwin geht als Gruppenführer ständig nebenher. Auch Gerd hat sich viel vorgenommen, er ist ja jung und noch im Kommen. Cornelias Motto ist allen bekannt: >>Vorbeugen ist besser als ein Brand.<<, und sollte es trotzdem einmal brennen, dann seh'n wir die ganze Familie rennen."

Dank solcher und vieler anderer einsatzbereiter Bürger der Gemeinde entwickelte sich unsere Feuerwehr ständig weiter. Der Grad der Qualifikation hat sich im Laufe der Jahre spürbar erhöht.

1981 bis 1983 wurde zur weiteren Verbesserung der Befriedigung das neue Feuerwehrgerätehaus und 1985 der Sozialtrakt gebaut. Mit dem Bau des Gerätehauses wurde ein Gesamtwert von mehr als 42.750 DDR-Mark geschaffen, wofür die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr, aber auch weitere Bürger, so z.B. Horst Melzer, Horst Engel u.a. - rund 3750 Stunden an freiwilliger, unbezahlter Arbeit leisteten.

1989 verfügte die Golmer Feuerwehr über ein neues, modernes Löschfahrzeug, das allen Anforderungen gerecht wurde.

Am 4. April 1991 wurde eine Jugendgruppe in der Feuerwehr Golm gegründet.

Das alles ist nicht zuletzt auch der Verdienst solcher Wehrleiter wie Manfred Garczyk, Siegfried Budzinski, Dieter Fritze, Hartmut Metzner, Manfred Gabelin oder der schon genannten Inge Golda.

Der größte Erfolg aller Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Golm besteht jedoch in der Wirksamkeit des vorbeugenden Brandschutzes, für den sie stets sorgen und zu dem sie alle Einwohner mobilisieren.

Hans und das Vorführfahrzeug
Hans und das Vorführfahrzeug

Im Jahre 2001 war es dann so weit. Wir bekamen ein neues Feuerwehrfahrzeug. Dies war insbesondere dem Bürger-meister von Werder, Herrn Werner Grosse, zu verdanken, der alles dafür getan hatte, damit wir dieses Fahrzeug erhielten.

 

Golm wurde am 26. Oktober 2003 nach heftigen Protesten nach Potsdam zwangs-eingemeindet. Schlussfolgernd war die Golmer Feuerwehr eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Potsdam und somit der Berufsfeuerwehr Potsdam unterstellt.

2005 wurde der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Golm e.V. gegründet. Der Verein sieht seine Aufgabe darin, die Feuerwehr Golm, vor allem den Golmer Feuerwehrnachwuchs zu fördern. Durch Spenden und vom Verein durchgeführte Feste und Veranstaltungen ist es möglich, die Jugendfeuerwehr bei Fahrten und notwendigen Anschaffungen zu unterstützen.

Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Golm
Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Golm

Der Platz im Depot reichte nicht mehr aus. Aus diesem Grund wurde 2009 das Feuerwehrgerätehaus mit einem Anbau erweitert. Somit konnten der MTW und der TS-Anhänger in den Anbau gestellt werden und die Kameraden der Golmer Feuerwehr hatten wieder mehr Platz im Hauptgebäude. Ausschlaggebend für den Anbau ist das Rettungsboot, welches zukünftig dort seinen Platz finden wird.

Übergabe des Rettungsbootes
Übergabe des Rettungsbootes

Dank des hervorragenden Engagements des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Golm e.V. wurde am 20. Juli 2009 mit einem großen Dorffest das 100-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Golm sowie das 720-jährige Bestehen des Gemeinde Golm gefeiert. An diesem besonderen Tag wurde der Feuerwehr ein Rettungsboot von der Berufsfeuerwehr Potsdam übergeben. Dieses Rettungsboot wurde auf den Namen "INGE" getauft, denn sie hat nicht nur großes für die Gemeinde, sondern auch für die Feuerwehr geleistet.

Nächster Termin der Feuerwehr

Donnerstags um 19:00 Uhr

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